Pläne der BPOLD Koblenz: Abschaffung örtlicher Dienstpläne und – Vereinbarungen?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Gewerkschaft der Polizei (GdP) – Direktionsgruppe Koblenz – hätte gerne bessere Informationen verkündet. Leider wurde uns bekannt, dass die BPOLD Koblenz beabsichtigt, erheblich in die Dienstplangestaltung und somit in die Dienstpläne und -vereinbarungen der Inspektionen einzugreifen, einen Rahmendienstplan für alle Inspektionen zu entwickeln sowie ein operatives Kräftemanagement zu implementieren. Sollte dieses gelingen, würden die örtlichen Dienstvereinbarungen zu den Dienstplänen faktisch abgeschafft werden und die Belastung weiter steigen.

Offensichtlich macht die weiterhin vorherrschende Personalnot so „erfinderisch“, dass die jeweiligen Dienstvereinbarungen, die zu Gunsten der Beschäftigten abgeschlossen wurden, aufgekündigt werden sollen. Ein „Friedensnobelpreis“ ist damit aber sicherlich nicht zu gewinnen.

Solche Überlegungen jetzt anzustellen, entbehrt jeder Grundlage, da die angekündigte personelle Aufstockung der Inspektionen deren geforderte Flexibilität und Handlungsfähig in der Zukunft wieder deutlich erhöhen wird!

Finger weg von unseren Dienstplänen – der Seele jeder Inspektion!

Die Kolleginnen und Kollegen brauchen vertrauensbildende Führung und keine Verunsicherung – ganz besonders nicht in einer personell extrem schwierigen Zeit.

Dass was bisher bekannt wurde, ist daher mit aller Deutlichkeit abzulehnen. Weder die örtlichen Personalräte, noch der GPR wurden über die Pläne der BPOLD Koblenz rechtzeitig und umfassend informiert. Das nun „von oben“,

also über die Köpfe der Beschäftigten hinweg, Strategien anlässlich der Führungskräftetagung der BPOLD Koblenz vorgestellt und in die Organisation transportiert wurden, führt verständlicherweise zu einer erheblichen Unruhe und ist zu kritisieren.

Die örtlichen Personalräte haben mit ihren Inspektionsleitungen in der Vergangenheit für ein Höchstmaß an machbarer Flexibilität unter Ausschöpfung allen regionalen Möglichkeiten gesorgt, die unterschiedlichen gesetzlichen Aufgaben zu erfüllen und dabei Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten.

Dies gewährleisten die örtlichen Dienstvereinbarungen und Dienstpläne. Selbst unter höchster Belastung wurde das Unmögliche noch möglich gemacht.

Die geplanten Überlegungen aus Koblenz kommen einer Entmündigung der Inspektionsleitungen und der örtlichen Personalräte gleich. Sie sind kein Konzept gegen die vorhandene Personalnot und erst recht keine Wertschätzung der geleisteten Arbeit.

Die geplanten Eingriffe „von oben“ in die örtlichen Dienstpläne bedeuten auch, dass die ohnehin vorhandene Belastung der KollegInnen noch vergrößert wird.

Das alles sind keine Antworten auf die erheblichen Personalprobleme in allen Dienststellen.

Daher erteilen wir solchen Überlegungen eine klare Absage!

In einem Gespräch mit dem Präsidenten unserer Direktion wurde der Standpunkt der GdP bereits vorgetragen und auf die Beteiligungsrechte der Personalvertretung hingewiesen.

Dienstplanangelegenheiten unterliegen der uneingeschränkten Mitbestimmung der zuständigen Personalvertretungen. Diese werden im Interesse aller Kolleginnen und Kollegen auch wahrgenommen werden.

Zudem erwarten wir eine umfassende Information und Klarstellung der Behördenleitung zur Sache.

Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für neue Dienstpläne!

Dienstplangestaltung ist und bleibt Sache der ÖPR´s und der jeweiligen Inspektionen. Dabei sind die örtlichen Gegebenheiten – im Sinne unserer Kolleginnen und Kollegen – zu berücksichtigen und zu respektieren.
Wir brauchen keine Dienstplanung nach Zahlen und kalten „Managementvorgaben“. Wir brauchen stattdessen Verständnis für die ausgesprochen schwierige personelle Situation und wir brauchen mehr Personal.
Die Dienstpläne sind die Seele der Inspektionen. Die Personalvertretungen werden Sorge dafür tragen, dass die Interessen der Beschäftigten bestmöglich vertreten werden.

Wir hätten uns vor Weihnachten eine andere Botschaft gewünscht.

One Reply to “Pläne der BPOLD Koblenz: Abschaffung örtlicher Dienstpläne und – Vereinbarungen?”

  1. Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    warum hat man bei unserer BPOLD in Koblenz eigentlich immer das ungute Gefühl, dass hinter den Kulissen unschöne Dinge ausbrütet werden, dass die Mitarbeiter ständig auf der Hut sein müssen, nicht über den Tisch gezogen zu werden? Sieht so eine transparente Beteiligung der MitarbeiterInnen aus, die so gerne als Kredo von der BPOLD dargestellt wird? Es gibt sehr gute Gründe, warum auf örtlicher Ebene unterschiedliche Dienstpläne bestehen. So kommt z.B. einer Dienststelle mit hohem Altersdurchschnitt, deren MitarbeiterInnen aus dem direkten Umfeld anreisen, ein Dienstplan mit überwiegend 8-Stunden-Schichten sehr entgegen. In anderen Dienststellen mit jungen MitarbeiterInnen und langen Anfahrtswegen haben sich die 12-Stunden-Pläne bewährt, da so Fahrstrecken und -zeiten minimiert werden. Genau das macht die sozialen Belange für uns aus. Betroffen von Schichtplänen sind in erster Frau und Mann im operativen Bereich im direkten Kontakt mit dem polizeilichen Gegenüber. Diese sind das Herz der Dienststellen, der Behörden und der BPOL im gesamten. Ohne ihre Arbeit sind Führungsgruppen, Stäbe, Planer, Strategen und Statistiker gar nichts. Und gerade die MitarbeiterInnen im Wechselschichtdienst waren in der Vergangenheit durch eine schrittweise Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 40, dann auf 41 Stunden, erheblich belastet worden. Die anschließenden Bemühungen über BGM die Folgen der Belastung zu mildern, ist ein Herumdoktern an den Symptomen. Das eigentliche Problem der Grundlast von 41 Stunden im Wechselschichtdienst hat die BPOL zunächst selbst geschaffen. Übrigens fand vor etwas mehr als einem Jahr eine Reauditierung des Zertifikats „Beruf und Familie“ statt, das beim BPOLP vom großen und den kleinen Präsidenten unterzeichnet wurde. Dazu gehört mehr, als nur 2 cm Platz auf jedem Briefkopf der Dienststellen. Als Fazit kann ich daher auch nur wiederholen: „Finger weg von unseren Dienstplänen!“

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