30 Jahre Deutscher Herbst.
Wie hat der Staat auf die Herausforderung
durch die RAF reagiert?
Ein Vortrag im Rahmen der Ausstellung „Die Eskalation der Gewalt. Die Bedrohung der Inneren Sicherheit durch die RAF“
Die Veranstaltung und die Ausstellung werden von der Stiftung Demokratie Saarland durchgeführt.
Es referiert Dr. Wolfgang Kraushaar.
Der Vortrag von Dr. Wolfgang Kraushaar findet am 14. Oktober 2009 um 18:00 Uhr im Haus der Stiftung Demokratie Saarland in der Bismarckstraße 99 in 66121 Saarbrücken statt.Der Vortrag findet im Rahmen der Ausstellung „Die Eskalation der Gewalt. Die Bedrohung der Inneren Sicherheit durch die RAF“, die von Mitte September 2009 – Ende November 2009 im Haus der Stiftung Demokratie Saarland, Bismarckstraße 99, 66121 Saarbrücken gezeigt wird, statt.
Weitere Informationen und Anmeldung unter: http://www.stiftung-demokratie-saarland.de
In den siebziger Jahren erwuchs der RAF-Terrorismus zur größten innenpolitischen Herausforderung der alten Bundesrepublik. Auch Politiker mussten nun befürchten, entführt und ermordet zu werden.
Es war schließlich Bundeskanzler Schmidt, der im Herbst 1977 Unnachgiebigkeit demonstrierte und jeden Erpressungsversuch zurückwies. Sein Risiko war hoch. Denn die von der GSG 9 in Mogadischu durchgeführte Befreiungsaktion hätte leicht schief gehen können. Wenn es unter den Passagieren der Lufthansa-Maschine “Landshut” zu Todesopfern gekommen wäre, hätte Schmidt vermutlich zurücktreten müssen.
Nachdem auch dieser Versuch, die Stammheimer RAF-Gefangenen freizupressen, gescheitert war, begingen mit Baader, Ensslin und Raspe ihre führenden Mitglieder Selbstmord. Einen Tag später wurde der entführte Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer erschossen. Der Staat war stark geblieben, diese Stärke hatte jedoch auch Opfer gekostet.
Wie ist die Eskalation der Gewalt und die staatliche Antwort darauf drei Jahrzehnte später zu bewerten? Der Referent: Dr. Wolfgang Kraushaar, geb. 1948, promovierter Politikwissenschaftler, studierte an der Universität Frankfurt am Main Politikwissenschaft, Philosophie und Germanistik; seit 1987 Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung. Forschungsschwerpunkt: Die Erforschung der Protestbewegungen in der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR. 2004 Gastprofessur an der Normal University in Peking, gilt als ausgewiesener Experte für die Themen Protestbewegungen und Linksterrorismus.
Das Hamburger Institut für Sozialforschung wurde 1984 von Jan Philipp Reemtsma als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet. Es konzentriert sich auf drei Forschungsgebiete: Die Gesellschaft der Bundesrepublik, Nation und Gesellschaft sowie Theorie und Geschichte der Gewalt.
Hinweis:
Der Vortrag und die Ausstellung ist keine Veranstaltung der GdP. Sie werden von der Stiftung Demokratie Saarland durchgführt. In der Regel sind der Veranstaltungen kostenlos. Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.stiftung-demokratie-saarland.de oder unter 0681 / 90626-0